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Auschecken / Schlüsselprüfung

Der Schlüssel für die Congerflotte wird nicht automatisch an die Spartenmitglieder ausgegeben. Auch wenn die meisten Jollensegler ihr Können vernünftig einschätzen und verantwortungsvoll mit den Booten umgehen, kommt es doch häufig zu Havarien, die durch bessere Schulung und richtiges Verhalten hätten vermieden werden können.

Das Auschecken gliedert sich in zwei Teile, einen seglerischen Teil, der von allen Mitgliedern absolviert werden muss, die die Alsterjollen nutzen möchten, und eine Stegeinweisung für Mitglieder, die keine Segelausbildung auf den LSV-Booten an der Alster gemacht haben.

Für die Stegeinweisung kann sich ein neues Mitglied an einen Conger-, bzw. Zugvogel-Bootswart, einen Stegwart oder den Takelmeister wenden (Kontaktinfos siehe Sparteninfo im Downloadbereich). In einem individuell vereinbarten Termin bekommt das Mitglied dann die Stegeinweisung.

Der seglerische Teil, die sogenannte  Schlüsselprüfung, findet im Rahmen unseres Dienstagstrainings statt. Bitte zur Teilnahme die Hinweise unter Dienstagstraining beachten. Im Idealfall nimmt man zur Vorbereitung einige Male beim Training teil. Die Schlüsselprüfung ist unabhängig von den offiziellen Segelscheinen und kann zu einem beliebigen Zeitpunkt durchgeführt werden.

Danach bekommt das Mitglied vom Takelmeister die Freigabe für den Schlüssel, der im Büro der Segelsparte ausgegeben wird.

Für die Gleitjollen (Laser, 470er) findet eine zusätzliche Einweisung (inklusive Vorsegeln) bei den jeweiligen Bootswarten statt.

Um einen Eindruck davon zu geben, auf welche Qualifikationen im seglerischen Teil Wert gelegt wird, sind hier die wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten zusammengestellt.

Kenntnisse

  • Aktuelle Windvorhersage kennen, z. B. durch Windfinder oder Wetteronline
  • Richtiges Einschätzen der Windstärke nach dem Wellenbild vom Hafen aus und unter Berücksichtigung der Windrichting (Ablandiger/auflandiger Wind).
  • Immer mit Schwimmweste segeln!
  • Trimmung bei zunehmendem Wind: Ausreiten, Segel flach trimmen, reffen, evtl. nur mit Großsegel fahren, Schwert stufenweise hoch.
  • Reaktion bei starken Böen. Am Wind: Ausreiten, anluven und/oder Schot kontrolliert aufmachen. Ab halben Wind: Schot aufmachen und abfallen (Speed machen, dem Winddruck „wegfahren“)
  • Bei Kenterung am Boot bleiben. Im Spezialfall: Benachrichtigung der Wasserschutzpolizei. Vergleiche auch den Beitrag auf der Homepage unter Revier -> Alster -> Kentern.
  • Verfahren, wie komme ich im Hafen an die Mastspitze, um beispielsweise den Verklicker zu richten oder den Sand nach einem Schlickstecker heraus zu spülen.

Fähigkeiten:

  • Verholen zur Boje: Fähigkeit, zu zweit effektiv zu paddeln (Vorschoter nicht auf dem Bug). Beide weit vorn im Cockpit, Steuerer klemmt den Pinnenausleger vorsichtig seitlich unter den Hintern.
  • Mit ganz kurzer Vorleine an Boje festmachen.
  • Erst das Großsegel setzen. Schot und Niederholer dabei ganz lose lassen; Segel so weit hochziehen, dass beim Segeln die Dirk durchhängen kann; bei böigem Wind beim Setzen evtl. das Schwert hoch nehmen.
    (Bei passendem Wind auch mal das Segelsetzen in freier Fahrt,  d. h.  ohne Boje, üben).
  • Sitzposition des Steuerers: Soweit vorne, dass er nicht mit dem Knie den Drehradius der Pinne blockiert und die Fäden in der Fock sehen kann. Kein Sitzen unten im Cockpit!
  • Aktives Ausreiten beider Segler.
  • Aufgaben des Vorschoters: Fockschot-Trimm nach Fäden und Geradehalten des Bootes durch entsprechende Gewichtsverlagerung. Abstimmung mit dem Steuerer in der Wende, das Kommando liegt dabei beim Steuerer.
  • Durchgehend Pinnenauslegerbenutzung mit korrekter Griffhaltung von unten:  Bei Pinnenausleger auf der Schulter: Griff von unten, beim Dichtholen mit dem Pinnenausleger vor dem Körper: Griff von oben.
  • Großschot-Dichtholetechnik mit Einbeziehung der Hand am Pinnenausleger.
  • Gutes Windkantefahren hoch am Wind, Mitnahme der Höhe bei Böen = Böen ausluven, nach Krängung und Windfäden in der Fock.
  • Wenden: Wenig Ruderlage, Schot etwas auffieren während der Drehung, auf der „alten Seite“ solange sitzen bleiben, bis der Baum über den Kopf hinweg geschwungen ist (je nach Wind geht der Vorschoter schon während dessen ganz auf die andere Seite), Füße möglichst unter den Körperschwerpunkt ziehen, damit man jetzt über beide Beine aufstehen kann, im Stehen hinter dem Rücken Pinne- und Schothand wechseln (d. h.  nach der Wende), hinsetzen. Keine zu weiten Wenden fahren, 100° sind für den Anfang noch ok, 90° sind gut. Nach der Wende durch Dichtholen wieder zügig Fahrt aufnehmen.
  • Halsen: Sitzt der Steuerer in Luv steht er von der Luvseite kommend auf und tauscht (vor der Halse) hinter dem Rücken die Pinne- und Schothand, greift sich dann mit der neuen Schothand die gesamte Schottalje des Großsegels, lenkt das Boot zum Baum hin (er fällt weiter ab) und zieht den Baum auf die andere Schiffsseite, geht dabei leicht in die Hocke und steuert gleich wieder auf den alten Kurs.
  • Eine etwas andere Halsetechnik wird angewendet, wenn der Steuerer vor dem Wind schon auf der Leeseite sitzt und z. B. an einer Leetonne halsen muss, um dann nach der Rundung dieser Tonne an den Wind zu müssen. Dann muss er nicht die Seite wechseln, denn er sitzt dann nach der Halse schon gleich in Luv auf der richtigen Seite. Vor der Halse bleibt man also in Lee sitzen, lenkt zum Baum hin (fällt weiter ab), und zieht aktiv mit der Schot den Baum über den Kopf hinweg auf die andere Seite, um dann sofort mit dem Dichtholen der Schot zu beginnen (siehe „Großschot-Dichtholetechnik“)
  • Wenn eine der beiden Techniken vorgeführt wird, reicht es aus. Die Blockhalse (erst Schot dichtnehmen, dann Ruderlegen, dann Schotfieren) wird nicht akzeptiert. Sie ist nur auf Kieljollen und Dickschiffe angebracht - nicht auf kenterbaren Schwertjollen. Ebenso wenig sind die oben beschriebenen Jollenhalsen auf Kielbooten tauglich.
  • Aufschießer an einer Boje mit Anwendung der „Baumbremse“, d. h, wenn die Fahrt noch zu hoch ist, Bremsen durch dosiertes Backdrücken des Großbaumes nach vorne.
  • Boje über Bord-Manöver: Im besten Fall fährt der Steuerer das Manöver alleine ohne Mithilfe des Vorschoters (der darf an Bord bleiben…).    ;-)   Aufnahme der Boje in Luv (Jolle!) bei fast Null-Fahrt mit nahezu Aufschießer, Kenntnis: Wiederaufnahme einer „wirklich“ über Bord gegangenen Person über das Heck.

Optionale Fähigkeiten

  • Beidrehen / Beiliegen
  • Bei passendem Wind im Stehen segeln können.

Erweiterung für Gleitjollen

Für eine Freigabe einer Gleitjolle werden alle oben beschriebenen  Kenntnisse und Fähigkeiten vorausgesetzt. Zusätzlich muss ein Mitglied für die Freigabe Kentern können, d. h. nicht nur wissen, wie es geht und worauf man achten muss, sondern es auch praktisch vorführen.

Die Freigabe unsere Laser beinhaltet zudem eine Einweisung in den Steg an der Kajüte.

Auf den Gleitjollen findet keine Ausbildung statt. Mitglieder, die die Freigabe erhalten wollen, müssen schon Gleitjollenerfahrung mitbringen.

   
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