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Kentern

Kentern ist (k)ein Seenotfall

Beim Jollensegen ist es nicht ungewöhnlich, dass eine Jolle durch verschiedene Ursachen soviel Wasser aufnimmt, dass das Schiff kentert. In der Jollenausbildung wird, auch durch Prüfungsfragen, auf die folgenden Grundregeln beim Kentern hingewiesen:

1. Vollständigkeit der Mannschaft überprüfen, ggf. Hilfe leisten
2. Am Boot festhalten oder ggf. aufs Boot legen
3. Versuchen, das Boot aufzurichten bzw. Hilfe anfordern und abwarten
4. Nie versuchen, schwimmend das Ufer zu erreichen.

Natürlich gelten diese Regeln auch an der Alster!

Auf die Anwendung der Grundregeln muss jeder Bootsführer selbst achten. Sonst wird aus der Kenterung doch ein Seenotfall mit Gefahr für Leib und Seele.

Als Hilfestellung einige praktische Tips:

- immer mit Schwimmweste auf dem Boot bewegen. Die Feststoffwesten, die von der LSV Segelsparte als Bootsausrüstung zur Verfügung gestellt werden, entsprechen allen Sicherheitsanforderungen --- sie sind aber nicht praktisch. Wer regelmäßig auf der Alster segelt, bringt am Besten seine eigene Rettungsweste oder Regattaweste mit. Neue Regattawesten gibt es ab 35,- Euro.

- beim Conger immer mit geschlossener Klappe segeln. Von dieser Regel kann genau eine Ausnahme gemacht werden: wenn es sich um eine Veranstaltung handelt (Training, Regatta) und ein Motorboot zur Verfügung steht, kann die Klappe geöffnet sein.

- die Schiffe der LSV Segelsparte gehören allen Spartenmitgliedern. Daraus folgt: jeder muss ein Interesse daran haben mit unseren Jollen so umzugehen, wie mit einem fabrikneuen Kleinwagen eines Freundes. Der Neupreis eines Congers entspricht dem Neupreis eines VW Polo. Nebenbei: der Gebrauchtpreis eines LSV Congers liegt entsprechen dem Preis für einen gebrauchten Polo – und durch unseren Umgang mit den Booten sollten wir dafür sorgen, dass das so bleibt!

- ein Hinweis zur Situation des Jollenhafens an der Alster: bei vielen Starkwindwetterlagen liegen wir gut vor Wind geschützt - das führt dazu, dass man die Situation auf der offenen Alster falsch einschätzt.

Für eine gekenterte Jolle der LSV Segelsparte bedeutet das: man lässt das Boot nicht unbeaufsichtigt! Niemals!

- Falls das Boot wirklich mal gekentert ist, dann heißt das auf der Alster: der Mast steckt im Schlick. Die Alster ist an keiner Stelle tiefer als 3 Meter. Der Conger Mast ist 6 Meter lang. Es wird in der Regel sehr schwer sein, den Mast ohne Unterstützung aus dem Schlick zu ziehen.

- Es gibt seit dieser Saison in jedem Logbuch eine Seite, auf der die Telefonnummern der Funktionsträger der LSV Segelsparte zusammengefasst sind (Kopie der letzten Umschlagseite der Sparteninfo). Programmiert euch die Telefonnummern des LSV Büros: 040-5070 8720, des Takelmeister: 040-5070 4142, des Spartenvorstands in eure Handys ein.
Sobald eine Situation entstanden ist, bei der nur mit fremder Hilfe das Boot wieder in den Hafen geholt werden konnte oder bei der es zum Einsatz von Polizei, Feuerwehr oder DLRG gekommen ist, muss aus diesem Personenkreis ist mindestens eine Person zu informieren werden. Sofort, das bedeutet nicht erst am nächsten Tag. Falls nur ein Anrufbeantworter erreicht wird, macht nichts. Nachricht hinterlassen und auf jeden Fall die nächste Telefonnummer probieren.

- Auf der Alster ist fremde Unterstützung zum Glück oft nicht weit. Jeder Verein unterhält seine Motorboote und immer wird irgendwo trainiert. Die größte Gefahr (auch Lebensgefahr!) besteht, falls die Alster leer ist und das Wasser kalt. Also im Herbst.
Falls Hilfe von anderen Vereinen in Anspruch genommen wird, liegt es an jedem Schiffsführer sich entsprechend zu bedanken und entstandene Kosten zu ersetzen. Der o.g Personenkreis aus den Funktionsträger der LSV Segelsparte ist natürlich ebenfalls zu informieren.

- Es kann immer der Anrufbeantworter vom Takelmeister (040-5070 4142) genutzt werden, um Schäden oder andere Auffälligkeiten an den Booten zu melden.

Noch eine kurze Betrachtung dazu, wie die Behörden eine Kenterung auf der Alster betrachten:
Ein gekentertes Boot wird auf der Alster oder auch am Ufer der Alster von Passanten gesichtet und die Wasserschutzpolizei wird informiert. Das Erfolgt in der Regel über die Telefonnummer 110. Als allererstes wird dann von offizieller Seite die Suche nach den gekenterten Wassersportlern gestartet. Entsprechend den Ausbildungsregeln kann die Polizei erwarten, dass die Wassersportler sich in direkter Nähe vom gekenterten Schiff befinden. (s.o. Grundregel Nummer 2: Am Boot festhalten oder ggf. aufs Boot legen) - Wenn niemand angetroffen wird, gibt es die große Nummer: Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Taucher – die Suche nach den Vermissten wird durchgeführt.
Die Kosten dieses (vermeidbaren!) Einsatzes zahlt nicht automatisch der Steuerzahler - im Gegenteil: in der wird Regel zahlt der Schiffsführer des gekenterten Bootes.

Einzige Möglichkeit, diesen doch erheblichen Betrag zu sparen: Anruf bei der Notfallnummer 110. "Wir sind gekentert, das Boot musste verlassen werden, bitte informieren sie die Wasserschutzpolizei darüber, dass die Besatzung wohlauf ist und für Rückfragen unter Telefon xyz (hier die Telefonnummer des Bootsführer angeben!) zur Verfügung steht"

Und nicht vergessen: Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt!

   
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